Anleitung für Stucco Veneziano

So kommen Sie zu einem edlen Ergebnis mit Stucco Veneziano

Schritt-für-Schritt-Anleitung Stucco Veneziano

1) Wenn Kalkputz, Zementputz oder Gipszementputz als Putzgrund vorhanden ist, kann sofort mit der Grundspachtelung begonnen werden. Falls sie aber keine mineralischen Untergründe haben, wie z.Bsp. Dispersionsanstriche, Gipskarton, Glas, Fliesen, MDF und auch Stahlbeton usw., grundieren Sie die Fläche mit einer Haftgrundierung. Die Haftgrundierung mit Marmormehl muss mindestens 12 Stunden austrocknen, mit der Haftgrundierung mit Pflanzenkasein kann auch nass in nass gearbeitet werden.

2) Jetzt wird die Grundspachtelung (ohne Farbpigmente) aufgetragen. Das Material muss vorher sehr gut durchgerührt werden. Bei Bedarf kann bis zu 1,5 % Wasser eingerührt werden. Es wird soviel aufgetragen, dass die Putzgrundierung schön überdeckt ist. Am besten verwendet man eine Glättkelle mit starrem Blatt. Der Verbrauch für die erste Schicht liegt bei ca. 1000-1300 Gramm/m² Kreativputz oder ca. 700 Gramm/m² Stucco Veneziano, ausgehend von einem Untergrund mit Haftgrundierung. Die Grundspachtelung, auch Unterputz genannt, mit Kreativputz verzeiht kleine Unebenheiten. Wird die erste Schicht mit Stucco Veneziano gespachtelt, sollte eine exakt geglättete Oberfläche gegeben sein. Kreativputz als Grundspachtelung hat den Vorteil, dass ein kapillar wirksamerer Aufbau der Beschichtung erreicht wird, weil beim Kreativputz das Größtkorn 500 µm hat und bei Stucco Veneziano nur 32 µm. Das heißt es wird mehr Luftfeuchtigkeit aus den Räumlichkeiten aufgenommen. Trockenzeit für die erste Schicht: Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit 8 bis 12 Stunden.

3) Jetzt wird die Spachtelmasse eingefärbt und für 2-3 Stunden stehen gelassen. Dieses Einfärben kann auch schon am Vortag geschehen. Details zur Einfärbung lesen Sie weiter unten bei Trockenfarben und Farbteige. Ab jetzt wird die Venezianische Glättkelle eingesetzt. Damit man genügend Zeit hat um die Spachtelmasse aufzutragen, wird die ganze Fläche mit einer Sprühflasche vorgenässt, bis der Unterputz gesättigt ist. Es sollte aber kein Wasser mehr auf der Fläche stehen. Für die zweite Schicht brauchen Sie ca. 350 Gramm/m² Stucco Veneziano. Diese Schicht soll die erste überdecken, so dass eine einheitliche Farbe sichtbar ist. Mit Gefühl arbeiten und noch nicht zu viel Druck anwenden. Die Trockenzeit liegt bei ca. 3-4 Stunden. Je nach Zeiteinteilung oder Größe des Projektes kann auch erst am nächsten Tag weiter gemacht werden.

4) Für die dritte Schicht braucht man ca. 150 Gramm/m². Die Fläche wird wieder vorgenässt. Mit wenig Material auf der Kelle wird in einem flachen Winkel mit mäßigem Druck über die Fläche gerieben, so dass die Kalkkristalle schön verpresst werden. Es beginnt zu glänzen; bei matten Stellen ist noch ein wenig Material aufzutragen. Anschließend kann man die Marmorierung sehen. Je nachdem wie man mit dem Ergebnis zufrieden ist, kann man nach einer Trockenzeit von 3-4 Stunden noch eine vierte Schicht auftragen. Es kann passieren, dass bei manchen Stellen zu viel verdichtet wird und sich dann das Material abrollt. Diese Fehlstellen mit einem Schleifvlies anrauhen, nochmals Material auftragen und verdichten. Meine Empfehlung: Wenn für die dritte Schicht die Spachtelmasse mit 5% Venezianischer Seife, und wenn nötig mit ein wenig Wasser, vermischt wird, wird diese viel geschmeidiger und es gibt kaum Materialabrollungen. Um den Glanz zu erhöhen wird nach einer kurzen Trockenzeit, etwa ein bis zwei Stunden, die Fläche mit venezianischer Seife beschichtet und mit Druck geglättet. Der Umgang mit Kalkprodukten ist reine Übungssache und für jeden zu schaffen. Stucco Veneziano ist empfindlich gegen Säure wie z.Bsp. Essig und Fruchtsäure oder die Kosmetika im Badezimmer. Die Flächen in diesen Bereichen müssen mit Wachs geschützt werden. Die Farbintensität wird durch das Einwachsen noch erhöht und das Wasser perlt ab. Diese Wachsbeschichtung kann man jährlich wiederholen. Vorher sollte die Fläche jedoch mit einer venezianischen Seifenlösung gereinigt werden. Details zur Wachsbeschichtung finden sie weiter unten.

Trockenfarben und Farbteige

Bis zu 10 % Pigmente (Gewichtsanteil) können in die Spachtelmasse eingerührt werden. Mehr kann der Kalk nicht binden und es würde zu Abkreidungen kommen. Wenn die Trockenfarben, auch Pigmente genannt, in die Spachtelmasse eingerührt werden, entsteht eine schöne farbige Masse. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Pigmentflecken entstehen, das heißt, es werden einige Pigmente beim Aufspachteln der Masse in Form von Fahrern oder Spuren hinterlassen. Das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein, es kann auch als schöner Nebeneffekt gesehen werden. Will man aber diese Pigmentflecken vermeiden, bereitet man einen Farbteig vor. Das geht so: Für 1000 g Pigmente werden ca. 800ml Flüssigkeit verwendet (160 ml Netzmittel und 640 ml Wasser). Die Flüssigkeiten in ein Gefäß geben und die Pigmente dazu schütten, mit einem Spatel oder Löffel gut umrühren und zerreiben; Klumpen am Gefäßrand zerdrücken. Am besten man notiert sich das Mischrezept, um wieder denselben Farbton herstellen zu können. 3 Stunden einsumpfen lassen und diesen Teig dann in die Spachtelmasse mischen. Pigmente haben die höchste Farbintensität und setzen Ihrer Kreativität keine Grenzen. Nur kalkverträgliche Pigmente verwenden.

Tip:

Wenn Chromoxidgrün, Kobaltblau,Titanweiß oder ähnlich harte Pigmente verarbeitet werden, verwendet man zum Verdichten eine Venezianische PVC-Glättkelle.

Wachsbeschichtung und Venezianische Seife

Das punische Wachs transparent  oder der Bienenwachsbalsam  wird ganz dünn mit einer venezianischen Glättkelle aufgetragen. Die Wachsschicht muss sehr dünn sein. Nach einer Ablüftzeit von 1-2 Stunden kann mit einem Mikrofasertuch poliert werden. Für große Flächen kann auch eine Poliermaschine verwendet werden. Zwei bis drei Beschichtungen machen die Wand beinahe wasserdicht und die Beschichtung bleibt aber trotzdem noch diffusionsoffen. Die Zwischentrockenzeit zwischen den Beschichtungen soll beim punischen Wachs 30-60 Minuten und beim Bienenwachsbalsam bis zu 8 Stunden betragen. Für Hochglanz wird wie oben in Punkt 4 beschrieben die venezianische Seife verwendet. Im Aussenbereich wird ebenso Venezianische Seife verwendet. Den letzten Auftrag von Stucco Veneziano oder Marmorino 2 Stunden anziehen lassen, dann mit einer venezianischen Glättkelle die Venezianische Seife auftragen und den Überschuss abziehen. Auf dem frischen Kalk entsteht Kalkseife. Diese dünne Schicht macht die Beschichtung wasserabweisend und schützt somit vor saurem Regen, der ansonsten den Kalk in Gips umwandeln und zerstören würde. Poliert wird mit der Kelle oder mit einem Mikrofasertuch.

Produktinformation

Stucco Veneziano ist eine naturweiße Spachtelmasse zur Verwendung für die dekorative Wandgestaltung. Aufgrund der hohen Alkalität ist diese resistent gegen Schimmelpilze und durch die Porösität des Kalkes hochgradig wasserdampfdiffusionsoffen.

Inhaltsstoffe: Sumpfkalk [Ca(OH)²], Marmormehl[CaCO³], Wasser, Zellulose, Leinöl und Orangenterpene.

Ergiebigkeit: ca. 1200 g/m² für 3 Schichten; je nach Untergrund und Verarbeitung auch mehr Verbrauch möglich!

Spezifisches Gewicht: ca.1,31 kg/l

PH-Wert: 12,5

Lagerbedingungen: Frostfrei und in geschlossenen Behältnissen, bedeckt mit einer PVC-Folie und einer Schicht Wasser, viele Jahre haltbar.

Sicherheitshinweise: R36/38: Reizt die Augen und die Haut.

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