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Häufige Fragen zu Marmorputz

Antworten zu Verarbeitung, Haltbarkeit und Pflege

Wie lagere ich angebrochenen Marmorputz richtig und wie lange ist er haltbar?

Ja – grundsätzlich kann der Putz nach dem Öffnen weiter gelagert und später wieder verwendet werden, wenn er richtig verschlossen wird.

Der Putz wird mit einer Schutzfolie auf der Oberfläche geliefert. Wichtig ist, den Eimerrand sauber zu halten – besonders vor dem erneuten Verschließen. Dafür den Rand mit einem feuchten Schwamm gründlich reinigen, damit der Deckel wieder luftdicht schließt.

Anschließend die Folie wieder direkt auf die Putzoberfläche legen. Optional kann eine dünne Schicht Wasser über die Folie gegeben werden – diese hilft zusätzlich, Luft fernzuhalten und den Putz zu schützen.

Bei kühler und gleichmäßiger Lagerung ist der Putz grundsätzlich über Jahre haltbar. Etwas vorsichtiger sollte man bei bereits eingefärbten Putzen sein: Manche Pigmente enthalten einen höheren Siliciumanteil und können dazu beitragen, dass der Kalkputz mit der Zeit stärker aushärtet. Für längere Lagerzeiten eignen sich daher Putze ohne beigemischte Pigmente besser.

Vor der nächsten Verwendung das Wasser vorsichtig in ein sauberes Gefäß abgießen, die Folie entfernen und den Putz gründlich durchrühren. Bei Bedarf mit dem zuvor abgegossenen Wasser wieder auf die gewünschte Konsistenz einstellen:

  • 1. und 2. Schicht: eher etwas fester und „speckig“, nicht zu wässrig
  • letzte Schicht: etwas cremiger einstellen – aber nur so weit, dass der Putz noch gut auf der Kelle hält und nicht herunterläuft

Kann man Stucco Veneziano schleifen, um mehr Glanz zu erzielen?

Grundsätzlich nein – Schleifen ist bei Stucco Veneziano nicht der übliche Weg, um mehr Glanz zu erzeugen und sollte nur mit entsprechender Erfahrung durchgeführt werden.

Der Glanz entsteht bei Stucco Veneziano primär durch die Verdichtung der Oberfläche während des Glättens und Polierens sowie durch die Feinheit des Materials – nicht durch nachträglichen Materialabtrag. Ein nachträgliches Schleifen kann die Oberfläche öffnen, die Tiefenwirkung reduzieren oder die charakteristische Struktur verändern.

Wenn eine Nachbearbeitung erforderlich ist, erfolgt diese nur sehr fein und kontrolliert – beispielsweise zum Egalisieren kleiner Unebenheiten oder zur Vorbereitung einer weiteren Lage. Anschließend wird die Oberfläche erneut verdichtet beziehungsweise bei Bedarf mit einer passenden Endbehandlung veredelt.

Soll ein höherer Glanzgrad erreicht werden, ist in den meisten Fällen eine zusätzliche Politur oder die Überarbeitung der Schlussbeschichtung sinnvoller als Schleifen. Eine Möglichkeit ist dennoch die Politur mit feinen Polierscheiben. Aber wie gesagt, das ist mit Vorsicht zu genießen denn wenn die Maschine nicht sauber geführt wird oder etwaige Überstände gar abgeschliffen werden, ist der Glanz beim Teufel. 

Zusätzlich ob nun nach der Verwendung von Polierscheiben oder direkt auf die mit der venezianischen Glättekelle verpresste Oberfläche kann noch eine Wachspolitur aufgetragen werden. Punisches Wachs hat sich bewährt. Es ist transparent, also auch für weisse und helle Farben geeignet und ist relativ simple aufzutragen.  

Für hochwertige Hochglanz-Oberflächen ist aber stets die Verarbeitungstechnik entscheidender als die nachträgliche mechanische Bearbeitung.

Ich habe eine Mietwohnung. Kann man Stucco Veneziano überstreichen wenn ich ausziehe?

Ja, Stucco Veneziano lässt sich grundsätzlich überstreichen – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Entscheidend ist der Zustand der Oberfläche und die Wahl eines passenden, mineralischen Anstrichsystems.

Die größte Rolle spielt dabei die vorhandene Endversiegelung: Wurde die Fläche mit Wachs behandelt, muss diese Schicht vor dem Streichen entfernt oder zumindest ausreichend geöffnet werden. Bleibt die Versiegelung bestehen, kann der neue Anstrich nicht dauerhaft haften.

Vorbereitung der Oberfläche

Vor jedem Anstrich sollte geprüft werden, ob sich auf der Oberfläche noch eine geschlossene Wachsschicht befindet. Je nach Ausführung kann diese mit geeigneten Reinigungs- oder Entwachsungsverfahren bearbeitet werden. Möglich sind beispielsweise spezielle Wachslöser, ein sehr feiner Oberflächenschliff oder das vorsichtige Anlösen der Schicht mit Feuchtigkeit und Reinigungstuch. Ziel ist immer eine tragfähige, mineralische Oberfläche. Hier gibt es den passenden Wachsentferner.

Welche Farben geeignet sind

Für Stucco Veneziano kommen ausschließlich diffusionsoffene Beschichtungen infrage.

Kalkfarbe eignet sich besonders gut, weil sie mit dem mineralischen Charakter des Untergrundes harmoniert und die Offenporigkeit erhält. Reine Kalkfarbe ohne jegliche Zusätze von Kunstharzen gibt es hier. 

Silikatfarbe ist ebenfalls eine bewährte Lösung. Sie verbindet sich dauerhaft mit geeigneten mineralischen Untergründen und erzeugt eine robuste, langlebige Oberfläche.

In der Praxis werden meist zwei Anstriche ausgeführt: zunächst ein stärker verdünnter Aufbauanstrich, anschließend der deckende Endauftrag.

Welche Farben vermieden werden sollten

Klassische Dispersions-, Latex- oder andere kunststoffhaltige Wandfarben sind für Stucco Veneziano nicht empfehlenswert. Solche Beschichtungen können die Feuchtigkeitsregulierung der Oberfläche einschränken und zeigen insbesondere auf unzureichend vorbereiteten Flächen oft Haftungsprobleme.

Wann ein Überstreichen sinnvoll sein kann

Ein neuer Anstrich kann eine gute Lösung sein, wenn sich der gewünschte Farbton geändert hat, die ursprüngliche Gestaltung nicht mehr zum Raum passt oder die Oberfläche bereits deutliche Gebrauchsspuren zeigt.

Oft lohnt es sich jedoch, vorab Alternativen zu prüfen.

Gibt es bessere Möglichkeiten als Überstreichen?

Nicht jede Stucco-Fläche muss neu gestrichen werden. Häufig genügt es bereits, die vorhandene Wachsschicht aufzufrischen oder kleinere Bereiche gezielt auszubessern. Dadurch bleibt die typische Tiefenwirkung und Optik des Stucco Veneziano erhalten. Erst wenn die Oberfläche insgesamt stark verändert oder beschädigt ist, kann eine vollständige Überarbeitung die sinnvollere Lösung sein.

Für die endgültige Materialwahl und Verarbeitung empfiehlt sich immer eine Beurteilung direkt am Objekt – insbesondere bei älteren oder bereits mehrfach behandelten Flächen.

Was ist Stucco Veneziano?

Stucco Veneziano ist ein dekorativer Feinspachtel, mit dem glatte, marmorähnliche Wandoberflächen gestaltet werden. Unser Stucco Veneziano auf Kalkbasis enthält Sumpfkalk und feines Marmormehl. Mehrere dünne Spachtelschichten verleihen der Oberfläche ihre charakteristische Tiefe und lebendige Zeichnung.

Je nach Verarbeitung entsteht ein seidiger bis stark glänzender Look. Der typische Glanz entsteht durch das Verdichten mit einer venezianischen Glättkelle. Die Farbe und die Bewegung der Kelle beeinflussen das Erscheinungsbild – so wird jede Fläche individuell.

Stucco Veneziano eignet sich beispielsweise für dekorative Wände im Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Eingangsbereich. Entscheidend für ein schönes Ergebnis sind ein sorgfältig vorbereiteter Untergrund und die richtige Verarbeitung. Eine Musterfläche hilft dabei, Farbton und Technik vorab auszuprobieren.

Wie Sie den Untergrund vorbereiten, die Schichten auftragen und die Oberfläche verdichten, erfahren Sie in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung für Stucco Veneziano.

Was ist der Unterschied zwischen Stucco Veneziano und Marmorino?

Stucco Veneziano ist sehr fein, glatt und lässt sich bis zum Hochglanz verdichten. Marmorino wirkt durch seine stärkere Körnung natürlicher, matter und strukturierter.

Sie wünschen sich eine elegante Marmoroptik mit Tiefe und Glanz? Dann ist Stucco Veneziano passend. Für eine lebendige, steinige und eher matte Oberfläche empfehlen wir Marmorino.

Den ausführlichen Vergleich finden Sie in unserem Blogbeitrag: Marmorputz – Stucco Veneziano und Stucco Marmorino

Welche Nachteile hat Stucco Veneziano?

Stucco Veneziano belohnt eine sorgfältige Verarbeitung. Ein absolut glatter, sauber vorbereiteter Untergrund ist wichtig, denn Unebenheiten können bei der glänzenden Oberfläche sichtbar werden.

Auch die Verarbeitung braucht etwas Übung: Mehrere dünne Schichten müssen gleichmäßig aufgetragen und richtig verdichtet werden. Für ein erstes Projekt empfiehlt sich deshalb eine Musterplatte oder eine kleinere Wandfläche.

Kalkoberflächen sind zudem empfindlich gegenüber Säuren, etwa Essig, Fruchtsäure oder bestimmten Kosmetikprodukten. In stärker beanspruchten Bereichen, zum Beispiel bei einem Waschtisch, sollte die Oberfläche mit einer geeigneten Wachsbehandlung geschützt werden.

Bei guter Vorbereitung und passendem Schutz ist Stucco Veneziano jedoch eine langlebige, zeitlose Wandgestaltung. Hinweise zu Aufbau, Schutz und Pflege finden Sie in unserer Verarbeitungsanleitung für Stucco Veneziano.